|

Vor etwa 150 Jahren gründeten 20 Männer die „Freiwillige Feuerwehr Alt- und Neudrossenfeld“, um Hab und Gut der Bewohner in beiden Ortschaften vor Feuersgefahr zu schützen. Bis zum Jahre 1900 waren die Bevölkerung und der Gebäudebestand in Altdrossenfeld nicht unerheblich angewachsen, allein in der Ortschaft Altdrossenfeld waren etwa ein Drittel mehr Wohngebäude vorhanden als 1850. Gleichzeitig musste auch der Feuerschutz in den umliegenden Gemeindeteilen gewährleistet werden.
Der damalige Gemeinderat von Altdrossenfeld, unter dem 1.Bürgermeister Heinrich Kolb, kam zu dem Entschluss, für die Gemeinde Altdrossenfeld, eine selbständige Feuerwehr zu gründen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat am 12. Dezember 1905 die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr oder wenn erforderlich eine Pflichtfeuerwehr.
Dem Gründungsausschuss gehörten an:
Bürgermeister Heinrich Kolb
Kaufmann Hans Schuster
Mühlenbesitzer Simon Weigel
Zimmermeister Johann Georg Müller
Mit großer Aktivität organisierten diese Männer den Aufbau einer Wehr. Nicht nur zuverlässige und tüchtige Wehrmänner mussten gefunden werden, auch die Anschaffung der erforderlichen Ausrüstungsgegenstände, wie es die Feuerschutzordnung von 1876 vorschrieb, war erforderlich. Eine große finanzielle Herausforderung für eine kleine Gemeinde in der damaligen Zeit. Bereits am 27. Mai 1906 wurden laut Protokoll des Gemeinderates eine Handdruckspritze, eine rutschfeste Standleiter, die Uniformen und sonstigen Ausrüstungen gekauft.
Ende 1906 fand in der Gastwirtschaft Schnupp die konstituierende Gründungsversammlung statt
.

Die ersten Mitglieder waren
aus Altdrossenfeld: Heinrich Kolb, Hans Schuster, Simon Weigel, Johann Georg Müller,
Johann Wiesel, Peter Schumann, Konrad Moreth, Johann Schumann
Heinrich Roß, Johann Kolb, Georg Schuster, Johann Baumann, Adam Zoll,
Hans Kolb jun., Andreas Müller, Johann Hahn, Johann Beyer, Georg Werner
Adam Lindner und Adam Zeilner.
Aichen: Nikolaus Masel, Johann Moreth, Georg Masel, Nikolaus Reuß,
Fritz Lauterbach und Johann Potzel
Sorg / Dürrwiese: Karl Hübner, Otto Roß, Konrad Kirschner und Konrad Hofmann
Unterzinkenflur : Konrad Wild
Der Vorstandschaft gehörte an:
Bürgermeister Heinrich Kolb, Vorstand und Hauptmann
Hans Schuster, Adjutant
Simon Weigel, Schriftführer und Kassier
Johann Georg Müller, Obersteiger
Bald schon wurde die neu gegründete Wehr herausgefordert, sei es beim Bau der Eisenbahnlinie Bayreuth-Thurnau 1907-1909 oder während des Nonnenfraßes im Limmersdorfer Forst um 1909
Auch bei der Bewältigung von Hochwassergefahren bewährte sich die junge Wehr.
DieGründungsmannschaft 1906
Mehr als 20 Jahre wurden die Feuerwehrgeräte im Anwesen von Heinrich Kolb aufbewahrt und gewartet. 1926 erwarb die Gemeinde in der Nähe des Bahnhofes, an der Hauptstraße nach Bayreuth,
einen Bauplatz und errichtete ein kleines Feuerwehrgerätehaus. Am 7.Januar 1936 wurde der Kauf einer fahrbaren Auszugsleiter beschlossen, diese Leiter leistet auch nach 70 Jahren noch gute Dienste.
Feuerwehrleiter
Feuerwehrgerätehaus
von 1926
Handdruckspritze
aus dem Jahre 1906

Die Altdrossenfelder Wehr um 1930
Das 3.Reich ,1933-1945, ändert auch den Status der Feuerwehren. Mit dem Feuerlöschgesetz vom 23. Dezember 1938 erhalten die Berufsfeuerwehren die Bezeichnung „Feuerschutzpolizei“, die Freiwilligen Feuerwehren werden als „Hilfspolizeitruppen“ eingeordnet. Auf Weisung des Reichsinnenministers stellt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) seine Tätigkeit ein.
Schwere Zeiten begannen mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die wehrfähigen Männer wurden zur Wehrmacht und Kriegsdienst eingezogen. Aber auch viele Frauen wurden als Helferinnen verpflichtet. Dies trotz der erhöhten Gefahr durch die vermehrten Fliegerangriffe.

Nur durch den Einsatz von etwa 10 Frauen und Mädchen konnten in dieser Zeit der Feuerschutz und die Einrichtung von Luftschutzräumen gesichert werden.
Einer dieser Luftschutzräume war der Keller der Brauerei Schnupp in Altdrossenfeld ein weiterer befand sich im Felsenkeller der Familie Moreth in Aichen. Auch die ordnungsgemäße Verdunkelung in den Ortschaften musste teilweise von den Wehren überwacht werden.
Viele aktive Feuerwehrleute sind nach dem Krieg nicht mehr heimgekehrt und brachten schmerzhafte Lücken.
Am Ende des Krieges und des 3. Reiches trat die Vorstandschaft der Feuerwehr Altdrossenfeld von ihren Ämtern zurück.
Unter sehr schwierigen Verhältnissen der Besatzung leitete Konrad Thomas ab 1946 die Feuerwehr.
Am 23. April 1949 versammelten sich 15 Mitglieder um eine Neuwahl des Vorstandes durchzuführen. Die Feuerwehr von Altdrossenfeld hatte nun wieder eine ordentliche Vorstandschaft.
Vorstand Wolfgang Moreth
Stellvertreter Konrad Thomas
Kommandant Konrad Thomas
Stellvertreter Johann Moreth
Schriftführer/Kassier Hugo Berens
Zeugwart Hans Kolb
Löschmeister Heinrich Beyer und Heinrich Dörfler
Vertrauensleute Albert Bock und Georg Küfner
Dieser Neuanfang war eine schwierige Zeit, erst 1955 konnten von der Gemeinde Gelder für den Kauf einer Motorspritze TS8/8 bewilligt werden. Im Rahmen der Feier zum 50-jährigen Gründungsfest wurde die Spritze an die Wehr übergeben. Diese TS 8/8 leistet auch nach 50 Jahren noch gute Dienste. dies
wurde bei ihren Brand- und Hochwassereinsätzen in den letzten Jahren bestätigt.
Gleichzeitig erfolgte die Umstellung auf moderne Ausrüstungsgegenstände. Die Einsatzfähigkeit der Altdrossenfelder Wehr konnte dabei erheblich gesteigert werden.
1955 wurden auch zwei Hörner und ein Sanitätskasten für die Wehr angeschafft .Für die Ortsteile Aichen, Lichtentanne und Sorg verwahrte Erhard Roß, Lichtentanne, das Horn, für Altdrossenfeld Walter Fischer und Alfred Moreth, Altdrossenfeld, war für den Sanitätskasten verantwortlich.
Ein drittes Alarmhorn erwarb die Feuerwehr 1956 für den Ortsteil Aichen. Hornist war Adam Moreth.
(Die Hörner sind heute noch vorhanden und werden ab und zu von Oberhornist Kreuzer geblasen ;-) Anm. des Setzers)
Berücksichtigt man die damalige Telefondichte im Gemeindegebiet von Altdrossenfeld, noch dazu die von den Mitgliedern, gibt auch die Anschaffung von Alarmhörnern einen Sinn. Funkalarmierung und Feuerschutzsirenen waren in den kleinen Gemeinden noch Zukunftsträume. Die heute übliche Vernetzung der Wehren war nur in Großzentren vorhanden.
Ein guter Ausbildungsstand der Wehr wurde durch Entsendung einzelner Wehrmänner/Frauen zu Gruppenführer,Truppmann/-führer,Fahrzeugmaschinisten,Atemschutzträger und Ausbildung in Erster Hilfe, an Feuerwehrschulen und auf Standortebene erreicht.
Auch beim Wettbewerb um das Leistungsabzeichen (Wasser) beteiligte sich die Altdrossenfelder Wehr erfolgreich im Landkreis Bayreuth und später im Landkreis Kulmbach. Die erste Gruppe erwarb 1960 das bronzene und 1967 das silberne Leistungsabzeichen. 1964 errang die 2. Gruppe ebenfalls die bronzene Auszeichnung.
1992 errangen Horst Höreth, Emil Thomas und Hans Lehnert als erste Altdrossenfelder Wehrmänner die höchste Stufe der Leistungsabzeichen (Wasser), nämlich Gold Rot.
Im Jahre 2000 nahmen einige Aktive erstmals in Neudrossenfeld an der Prüfung zum Leistungsabzeichen in Technischer Hilfeleistung mit Erfolg teil (Bronze) 2002 wurde die Stufe Silber und 2004 die Stufe Gold erreicht.
1968 beschloss der Gemeinderat von Altdrossenfeld, auf Antrag der Feuerwehr, den Bau eines großen und ausreichenden Gerätehauses mit Schlauchturm. Das bisherige Gerätehaus von 1926 war zu klein um die Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände aufzunehmen.
Im Frühjahr 1969 wurde mit den Bauarbeiten auf dem erworbenen Bahngelände nach dem Entwurf von Bürgermeister Schumann begonnen. Uneigennützig opferten viele Wehrmänner ihre Freizeit und manchmal auch Teile ihres Urlaubes um das Gebäude kostengünstig zu errichten. Die Gemeinde Altdrossenfeld war stolz auf diese großartige Leistung. Am 31.Mai 1970 war nach einem Festakt die Einweihungsfeier und die Schlüsselübergabe des Gebäudes, das nunmehr auch die Gemeindekanzlei mit beherbergte. Kommandant Kirschner bedankte sich in seiner Festansprache beim Gemeinderat und beim Altbürgermeister Wolfgang Moreth.
Die Feuerwehrmannschaft im Jahre 1970
Das neue Gerätehaus 1970
Schlüsselübergabe mit Alfred Moreth
Im Jahre 1973 gründete Horst Höreth eine Jugendgruppe. Diese wurde am 1.05.1973 mit Handschlag vom Kommandanten Hans Kirschner in die Wehr aufgenommen.
1975 wurde Horst Höreth zum neuen Kommandanten der Feuerwehr Altdrossenfeld gewählt.
Er übernahm das Amt in einer schwierigen und angespannten Zeit. Die Gebietsreform, mit der Abtrennung der Ortsteile Lichtentanne, Sorg und Dürrwiese stand bevor. Die bisher schon sehr kleine Wehr von Altdrossenfeld wurde hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl erheblich geschwächt.
„Zukunftsängste bei der Feuerwehr“ war eine Überschrift im Nordbayerischen Kurier.
Unermüdlich versuchte Horst Höreth und seine engsten Mitarbeiter neue Mitglieder in den Neubaugebieten von Altdrossenfeld zu werben um den Bestand und die Zukunft der Wehr zu sichern.
Trotz all dieser widrigen Umstände wurden Mitglieder der Feuerwehr zu verschiedenen Lehrgängen geschickt und durch den Erwerb von Leistungsabzeichen (1986 und 1988) wurde der hohe Ausbildungsstand der Wehr gewährleistet. 1985, am 13. Oktober wurde der Wehr ein Tragkraftspritzenanhänger im Rahmen einer kleinen Feier übergeben, damit war auch die technische Ausrüstung wieder auf dem erforderlichen Niveau.
Die Jugendfeuerwehr um 1975

Am 18. Februar 1989 trat Horst Höreth aus gesundheitlichen Gründen als Kommandant zurück und wurde in der Hauptversammlung zum Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Altdrossenfeld gewählt.
Nachfolger als Kommandant wurde Manfred Schönauer, der die Wehr bis heute erfolgreich führt.
Auch er musste sich um den Erhalt der Wehr in Altdrossenfeld intensiv bemühen. Erfolgreich war die Mitgliederwerbung unter den Frauen.
Unter großen Einsatz der Mitglieder wurde in den 90er Jahren die Gesamtsanierung des Feuerwehrgerätehauses vorgenommen, somit ist auch der bauliche Zustand des Gerätehauses auf viele weitere Jahre gesichert.
Jahreshauptversammlung mit Ehrungen im Februar 1995
Ehrung von Hans Lehnert 1988
Nach einer schweren Erkrankung hat Horst Höreth am 30.April 1999 sein Amt als Vorstand derFreiwilligen Feuerwehr Altdrossenfeld niedergelegt. Die Hauptversammlung wählt am 26, Januar 2000 Helmut Dörnhöfer zum Vorstand.
Derzeit besteht die Wehr aus 21 aktiven und 22 passiven Mitgliedern.
Einhundert Jahre Freiwillige Feuerwehr Altdrossenfeld, das sind nahezu vier Generationen von Frauen und Männern die mit teils persönlichen Opfern alle Schwierigkeiten überwunden haben und die Kontinuität der Altdrossenfelder Feuerwehr aufrecht hielten. Auch gesellschaftlich als einziger Verein in der ehemaligen Gemeinde Altdrossenfeld war die Wehr für ihre Mitglieder und die Dorfgemeinschaft tätig. Die Mediengesellschaft war noch nicht erfunden,
Faschingsveranstaltungen ab ca. 1920 waren bis etwa 1970 Höhepunkte im Jahresablauf.
Spontan wurde 1970 das nunmehr schon traditionelle Sommernachtsfest inszeniert, heute ein Ereignis nicht nur für Altdrossenfeld, sondern auch für die umliegenden Ortschaften.
Erwähnt werden müssen auch die zahlreichen Ausflüge mit und für die Dorfgemeinschaft zu Fuß, mit dem Bus oder mit der Bahn, um die nähere und weitere Umgebung unserer Heimat zu erkunden.
Fasching 1925
Kerwaumzug um 1925
London 1993
Leipzig 2000
nach oben
|